- Mehr Langlebigkeit....
- Heiming.
- Rekordverdächtig.
Lebensleistung zählt mehr als Jahresleistung
Einige Ferkelerzeuger in Deutschland sind zur Zeit von Nachrichten über Fruchtbarkeitsschübe dänischer Sauen euphorisiert. In der Presse wird der ein oder andere Betrieb mit relativ guten Werten präsentiert. In schwieriger Zeit soll so wohl das Prinzip Hoffnung geschürt werden. Dabei unberücksichtigt bleibt die Tatsache, dass Fruchtbarkeit kein Selbstzweck ist, sondern nur ein einzelner Faktor zur Steigerung des wirtschaftlichen Betriebserfolges.
Es ist kaum nachvollziehbar, warum erfahrene Fachleute immer noch die Jahresleitung der Sauen als Maßstab für den wirtschaftlichen Erfolg anlegen anstatt – wie es mittlerweile auch in der Milcherzeugung gängige Praxis ist – die Lebensleisung des Tieres. Denn im Prinzip sind sich alle einig: die Lebensleistung ist ein wesentlich zuverlässigerer Indikator für den nachhaltigen, gesamtwirtschaftlichen Erfolg eines Betriebes.
So präsentiert der ZDS (Zentralverband der deutschen Schweineproduktion e.V.) auf seiner aktuellen Home-Page eine Doktorarbeit von Melanie Heusing, H. Hamann, und Professor Dr. vet. O. Distl mit der Überschrift „Zucht auf Lebensleistung senkt die Ferkelkosten“ in der darauf hingewiesen wird, daß die Selektion auf Fruchtbarbeit mit einer entsprechenden Selektion auf Nutzungsdauer einhergehen muss.
Deutsche Genetik bringt bis zu 16,9 Ferkel mehr pro Sau
Die Dänen und ihre Vermarkter unterliegen somit einem folgenschweren Irrtum, wenn sie als Verkaufsargument ausschließlich die Jahresleistung ihrer Zuchtsauen heranziehen. Mit 72 Ferkeln Lebensleistung bringt zum Beispiel die JSR Hirschmann Sau im Durchschnitt insgesamt 16,9 Ferkel mehr, als ihre dänischen Kolleginnen und liegt damit im gesamtwirtschaftlichen Vergleich europaweit in Führung. Belegt wird das eindrucksvoll in Auswertungen diverser Erzeugergemeinschaften sowie dem Warentest 2008.
Mehr Lebensleistung, weniger Remontierungskosten
In ihrem Beitrag „Hohe Remontierung kostet Geld“ in Primus Schwein vom Juli 2008 stellen Prof. Matthes und Dr. Spitschak vom Institut für Tierproduktion in Dummesdorf eindrucksvoll fest: „Eine ökonomische Rechtfertigung für eine hohe Remontierungsrate gibt es nicht (...) die Kosten beim Zukauf der Jungsauen werden durch Mehrleistung nicht abgedeckt. Untersuchungen in Norddeutschland haben ebenfalls ein ungünstiges wirtschaftliches Ergebnis bei höherer Remontierung ergeben.“
Mit Deutscher Genetik nachhaltig stabilen, wirtschaftlichen Erfolg sicherstellen
Im Interesse der Ferkelerzeuger sollten sich die Berater der Lebensleistungsbewertung nicht verschließen. Die Ferkelerzeuger sollten sich genau überlegen ob kurzfristige Fruchtbarkeitsschübe tatsächlich das Risiko eines Genetikwechsels rechtfertigen. Zumal die dänische Genetik auch im Einkauf wesentlich teurer ist und die Futterkosten sowie die Arbeitsbelastung sehr viel höher sind.
Erlösneutralität bei einem Grenznutzen je zusätzlichem Ferkel von 54,33€ je Ferkel
oder
bei einer Diff. ( Grenznutzen 35,00€) von 3,1 F/SuJ
Mehrwert für die gesamte Kette
Die Auswertung der Arbeitskreise der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zeigen deutlich, dass Tageszunahmen alleine nicht der Garant für einen entsprechenden Deckungsbeitrag sind. Auch für Mäster gilt wie für die Ferkelerzeuger, dass es langfristig Sinn macht mit deutscher Genetik zu arbeiten








